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Glossar Konfliktmanagement

Glossar Konfliktmanagement

Eine Gruppe von Strichmännchen mit Gewitterwolken über dem Kopf, dann geht es zum Gespräch, am Ende halten sie sich an den Händen

In diesem Blogartikel erkläre ich einfach und verständlich die wichtigsten Begriffe zum Thema Konfliktmanagement. Häufig verwenden wir in unseren Spezialgebieten die Fachbegriffe, ohne weiter darüber nachzudenken. Wer aber bisher keine oder wenig Berührungspunkte damit hatte, tut sich schon schwerer mit diesen Begriffen. Aus diesem Grund habe ich dieses Glossar für Konfliktmanagement geschrieben, das die Fachbegriffe rund um Konflikte und Konfliktlösung aufgreift und erläutert.

Ich werde dieses Glossar immer wieder ergänzen, sobald mir ein Begriff im Zusammenhang mit Konfliktmanagement auffällt, den ich noch nicht erklärt habe. Dir fehlt in dieser Übersicht ein wichtiger Begriff? Schreibe mir gerne eine Nachricht im Kommentarfeld, damit ich ihn in dieses Glossar mit aufnehmen kann.

Achtsamkeit

Achtsamkeit ist eine wichtige Haltung, um Konflikte zu lösen. Jon Kabat-Zinn definiert Achtsamkeit so: „Achtsamkeit bedeutet, auf eine bestimmte Weise aufmerksam zu sein: bewusst, im gegenwärtigen Augenblick und ohne zu urteilen. Diese Art der Aufmerksamkeit steigert das Gewahrsein und fördert die Klarheit sowie die Fähigkeit, die Realität des gegenwärtigen Augenblicks zu akzeptieren.“

Allparteilichkeit

Allparteilichkeit bedeutet, alle Parteien des Konfliktes gleich wichtig zu nehmen. Jede Partei darf und soll ihre Sichtweise schildern. Keine Seite ist besser oder schlechter.

Eigenverantwortung

Die Verantwortung für das eigene Verhalten zu übernehmen, ist der erste Schritt zur erfolgreichen Konfliktlösung. Eigenverantwortung bedeutet auch, im Prozess der Konfliktlösung darauf zu achten, wie es mir geht und was in mir vorgeht.

Empathie

Empathie ist die Fähigkeit, sich in die Lage des anderen zu versetzen. In einem Konflikt bedeutet es nachzuvollziehen, wie die Sichtweise der anderen Person zustande kommt, zu verstehen, worum es der anderen Person geht und wie sie sich fühlt.

Eskalation

Ungelöste Konflikte tendieren dazu, sich wie eine Lawine aufzubauschen. Es beginnt mit einem Missverständnis, schaukelt sich immer weiter auf und kann im Eklat enden. Friedrich Glasl beschreibt 9 Stufen der Eskalation, die für alle Konflikte anwendbar sind. Die Eskalationsstufe bietet Hinweise auf mögliche Lösungsansätze.

Intervention

Wenn ein Moderator / Coach / Mediator bei der Konfliktlösung unterstützt, nennt man die einzelnen Methoden Intervention.

Kompromiss

Die scheinbar leichteste Lösung für einen Konflikt. Man einigt sich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner, jede Seite macht Zugeständnisse für die andere Seite. Der Vorteil eines Kompromisses liegt darin, dass er sich relativ schnell vereinbaren lässt.

Kommunikation

Kommunikation ist die Interaktion mit anderen Menschen. Sie erfolgt verbal oder nonverbal, z.B. durch Körpersprache. Studien zufolge liegt der Anteil der nonverbalen Kommunikation bei 80 % und ist damit deutlich wichtiger als die verbale Kommunikation. Paul Watzlawick prägte den Satz: Man kann nicht nicht kommunizieren.

Konflikt

Ein sozialer Konflikt besteht, wenn bei mindestens zwei Parteien, das können Personen oder Gruppen sein, unterschiedliche und unvereinbare Meinungen, Interessen, Erwartungen aufeinander stoßen und sich mindestens eine Partei davon beeinträchtigt fühlt.

Konfliktarten

Konflikte werden nach ihrem Entstehungsgrund unterschieden. Es gibt Rollenkonflikte, Beziehungskonflikte, Verteilungskonflikte, Zielkonflikte, Bewertungskonflikte und ideologische Konflikte. Konflikte liegen selten in ihrer Reinform vor, sondern sind häufig Mischformen.

Konflikt-Coaching

Im Konflikt-Coaching bespricht der Coachee einen (belastenden) Konflikt mit dem Coach|in. Der Coachee reflektiert seine Verhaltensmuster im Konfliktfall und erarbeitet sich neue Handlungsoptionen. Im Konflikt-Coaching lädt der Coach den Coachee zu einem Perspektivwechsel ein, um neue Lösungsideen zu generieren.

Konfliktmanagement

Konfliktmanagement hilft dabei, Konflikte wertschätzend zu lösen. Durch den guten Umgang mit Konflikten ist es möglich, das Potenzial von Konflikten zur Verbesserung von Prozessen, Beziehungen u. v. m. zu erkennen und zu nutzen.

Konfliktmoderation

Mithilfe von Konfliktmoderation können Konflikte mit mehreren Beteiligten gelöst werden. Es handelt sich dabei normalerweise um eher leichte, nicht verhärtete Konflikte. Der Moderator sollte eine allparteiliche Haltung haben und führt die Beteiligten durch den Prozess, ohne dabei stark inhaltlich einzugreifen.

Konfliktstile

Als Konfliktstil wird bezeichnet, wie Menschen mit Konflikten umgehen. Der Theologe und Psychologe Karl Berkel definiert 5 Konfliktstile: Flucht/Vermeidung, Unterordnung, Kampf, Integration, Kompromiss*. Jeder dieser Konfliktstile hat in bestimmten Situationen seine Berechtigung. Die einzelnen Konfliktstile sind per se nicht besser oder schlechter. Der Konfliktstil eines Menschen kann situativ sehr unterschiedlich sein, allerdings bevorzugen wir (unbewusst) häufig einen bestimmten Konfliktstil.

*Quelle: Konflikttraining, Karl Berkel

Konfliktursachen

Vera F. Birkenbiehl bezeichnet Probleme in der Kommunikation als Konfliktursache Nr.1. Sachliche Themen machen nur 20 % der Konfliktursachen aus.

Konsens

Der Konsens ist die häufig angestrebte Win-Win-Lösung in Konflikten. Im Konsens sind alle beteiligten Parteien einverstanden und zufrieden mit der Lösung.

Lösungsorientierung

Um Konflikte zu lösen, ist es hilfreich, den eigenen Fokus auf die Lösung zu richten. Ein geflügeltes Wort sagt: Der Lösung ist es egal, wie der Konflikt entstanden ist.

Mediation

Die Mediation ist ein definierter Prozess, um bei verhärteten Konflikten zu einer Lösung zu kommen. Der|die Mediator|in sollte nicht (auch nicht indirekt) am Konflikt beteiligt sein und eine allparteiliche Haltung haben.

Problemorientierung

Problemorientierung bedeutet, sich in der Tiefe auf die Erforschung des Konfliktproblems zu machen und diese detailliert aufzudröseln.

Wertschätzend Kommunizieren

Basis der wertschätzenden Kommunikation ist die Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall Rosenberg. In der wertschätzenden Kommunikation übernehme ich die Verantwortung für meine Gefühle und spreche Probleme an, ohne die andere Person dabei anzugreifen.

Du willst Konflikte wertschätzend ansprechen und weißt nicht wie? Hier gibt es eine kleine Anleitung dazu.

Wertschätzung

Wertschätzung begründet die positive, respektvolle Haltung gegenüber einem anderen Menschen, unabhängig von konkreten Taten oder Leistungen. Wertschätzung drückt sich in Zugewandtheit, Interesse und Aufmerksamkeit gegenüber der anderen Person aus.

Win-Win

Win-Win ist eine Konfliktlösung, bei der beide Seiten mit der Lösung zufrieden sind. Sie berücksichtigt die Interessen aller am Konflikt beteiligten Parteien.

Zuhören (empathisch)

Empathisches Zuhören bedeutet, dass ich zunächst versuche, die andere Person und ihr Anliegen wirklich zu verstehen. Erst, wenn mir das gelungen ist, kann ich meine Sicht schildern. Beim empathischen Zuhören kommt verstehen vor verstanden werden.

Wie gutes Zuhören geht, kannst Du in meinem folgenden Blogartikel nachlesen: Spielst Du noch Argumente-Ping-Pong oder hörst Du schon zu

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